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Ungewöhnliche Schreibwerkzeuge
Kalligraphiegilde Südwest

Musikalische Schreibwerkzeuge

Welche Fülle von Musik muß der Dämpfer eines Klaviers in seinem Leben gehört haben, bevor er als Schreibwerkzeug bei uns landete.
Vielleicht kann er uns etwas davon in unsere Schrift herüberbringen. Dazu hat er Kanten, Flächen und Rundungen. Um einen Griff anzubringen, muß man ein Loch hineinbohren.

 


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Aber auch Mundstücke von Blasinstrumenten können als Schreibwerkzeug verwendet werden, wenn sie vom Künstler abgelegt wurden. Das Blatt der Klarinette ist nach einem bestimmenten Schema geschliffen und ergibt, mit der dünnen Seite als Schreibkante, einen weichen Strich. Man braucht hierfür keine besondere Halterung.


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Sehr interessant sind die Rohrblätter, wie sie z. B. bei der Oboe verwendet werden. Neu sind sie sehr teuer, aber wenn sie abgenutzt sind, werden sie für den Musiker wertlos, für uns aber eine Quelle von neuem Schreibgefühl. Durch das Loch in der Mitte ist es leicht, einen Griff anzubringen. Man sollte das Schreibwerkzeug vor dem Schreiben einige Minuten anfeuchten, damit es geschmeidig wird.
Wohl dem, der eine Oboistin oder einen Oboisten oder eine Fagottistin oder einen Fagottisten kennt!

 


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Laurie Doctor schreibt mit Muscheln

Die Kenntnis des ungewöhnlichsten Schreibwerkzeugs, das mir je bekannt wurde, verdanke ich Laurie Doctor (www.lauriedoctor.com), die ich anlässlich der Sommerschule 2005 der Schreibwerkstatt Klingspor kennenlernen durfte. Es ist die Muschel.
Siehe dazu auch den Bericht Spring ohne hinzusehen mit Laurie Doctor
Die Muscheln - oder Bruchstücke davon - die sie für uns am Cape Cod gesammelt hatte, bieten rundum die Möglichkeit, in Schreibflüssigkeit getaucht zu werden. Sie können in jeder Richtung schreiben, allerdings - und das macht eben den Reiz aus - schreiben sie nicht so, wie ich will. Vom Klecks bis gar nicht, schmal oder breit, einfach oder mehrfach, es gibt keine Grenzen...
Natürlich kann man damit die "herkömmliche" Kalligraphie nicht befriedigen, aber für Wagnisse ist die Muschel für mich inzwischen unentbehrlich...

 

Die Haptik hält Einzug ...



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